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Heimkino einrichten: Was braucht man?

In der Serie „MTV Cribs“ wurden die Zuschauer von Superstars wie Mariah Carey, Missy Elliott oder 50 Cent durch deren palastartigen Eigenheime geführt. Natürlich waren ihre „Krippen“ an Prunk und Luxus nicht mehr zu toppen. Und eines der Highlights war immer das Heimkino. Wahnsinn – ein Kino! Zu Hause!

Heute, können sich auch Nicht-Multi-Millionäre ein Heimkino einrichten: Der technische Fortschritt hat das Heimkino erschwinglich gemacht – „My name is Otto Normalverbraucher and this is my crib …“ Auch wenn die Preise einem Heimkino den Weg in Etagenwohnungen und Einfamilienhäuser geebnet haben, braucht man für das Einrichten ein wenig Know-How.

Wir haben für dich die wichtigsten Aspekte des Themas Heimkino einrichten" zusammengefasst:

Das Heimkino-Bild

Der Heimkino-Ton

Der Heimkino-Raum

Was brauche ich für ein Heimkino?

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Das Heimkino-Bild

Wichtigstes Attribut des Kinos ist die Leinwand – umso größer sie ist, desto mehr zieht einen der Film in seinen Bann. Ein Heimkino sollte also auf jeden Fall über eine große Bildfläche verfügen. Diese Forderung lässt sich heute im Prinzip schon mit einem Fernseher erfüllen.

Moderne TV-Geräte mit Bildschirmdiagonalen von 65 Zoll (knapp 165 cm) sind bereits für unter 1.000 Euro zu bekommen. Einige High-End-Geräte mit Ultra-HD- bzw. 4K-Auflösung und 3D-Effekten kratzen bereits an der 2-Meter-Marke und bald dürften auch sie für jedermann erschwinglich sein. Wer beim Einrichten seines Heimkinos den schnellsten Weg sucht, nimmt also einfach einen möglichst großen Fernseher.

Der Beamer

Im Kino wirft ein Projektor das Bild an die Leinwand; richtig authentisch wird das Heimkino-Erlebnis für viele darum erst, wenn zuhause eine ähnliche Technik – im Volksmund Beamer genannt – zum Einsatz kommt.

Dabei stellt ein Heimkino besondere Anforderungen an einen Beamer, die man beim Einrichten unbedingt berücksichtigen muss: So sollte ein Heimkino-Beamer auf jeden Fall eine HD- oder besser noch eine 4K-Auflösung bieten, um visuellen beeindruckenden Filmen gerecht zu werden. Wichtig ist auch die Leuchtkraft des Beamers: Vor allem, wenn man das Heimkino in Räumen einrichten möchte, die nicht komplett verdunkelt werden können, sollte der Beamer besonders hell sein (>2.000 ANSI-Lumen). Beim Kontrast gilt die schlichte Formel: Je weiter über dem Wert von 1000:1, desto besser.

Soll ein kleiner oder verwinkelter Raum zum Heimkino gemacht werden, sind zwei weitere Features des Beamers besonders wichtig: der Zoom und der Lensshift. Letzterer sorgt dafür, dass man das Bild auf der Leinwand verschieben kann, ohne dafür den Beamer neu zu positionieren. Eine Weitwinkeloptik des Beamers ermöglicht, ihn relativ nah an die Leinwand zu stellen. Es gibt also viel zu beachten, wenn man den richtigen Heimkino-Beamer für sich finden will.

Die Leinwand

Ebenfalls wichtig für ein kinoähnliches Bilderlebnis ist die Leinwand - sie kommt beim Heimkino einrichten direkt an zweiter Stelle. Denn ein Grund, warum man einen Kinofilm so viel intensiver erlebt als die Ausstrahlung desselben Streifens im TV, ist das eigene Sichtfeld.

Der Mensch hat ein aktives und ein passives Sichtfeld. Im Kino füllt das Bild manchmal mehr als das aktive Sichtfeld aus, mindestens aber einen Großteil von diesem. Das aktive Sichtfeld hat einen horizontalen Winkel von etwa 60° und einen vertikalen Winkel von etwa 35°, danach beginnt das passive. Bezogen auf die Leinwand des Heimkinos heißt das: Die Größe macht den Unterschied zum Fernseher.

Ein zweiter Aspekt ist das Format: Filme sind meist im Breitwand-Format 16:9, manche sogar in Cinemascope 21:9. Mit einer extra-breiten Leinwand kann man also buchstäblich mehr aus einem Film herausholen.

Material und Konstruktionsweise der Leinwand sind ebenfalls wichtig. So sorgt etwa eine Rahmenleinwand dafür, dass die Leinwand gut gespannt ist und auch lange so bleibt: Denn das projizierte Bild ist nur auf einem glatten Untergrund auch verzerrungsfrei und reflektiert gleichmäßig. Beim Material wiederum ist der sogenannte Gain-Faktor auch Leuchtdichtefaktor genannt, ein wichtiges Kriterium: Er sagt aus, wie stark eine Leinwand das Licht reflektiert und im welchen Winkel. Welcher Faktor für die heimische Leinwand optimal ist, hängt von der Position der Sitze und den Lichtverhältnissen im Raum ab.

Der Heimkino-Ton

Neben dem Auge wird im Kino auch das Ohr überwältigt. Das liegt einerseits an der Wucht des Klanges – donnert im Film ein Laster vorbei, vibriert dem Zuschauer im Saal der Brustkorb. Dazu kommt der Raumeffekt: Nicht nur die Figur auf der Leinwand, sondern auch man selbst hört im spannendsten Moment plötzlich ein Geräusch – hinter einem! Beim Einrichten des Heimkinos muss man also auch auf den Sound achten.

Will man auch zu Hause ebenso realitätsnah vom Klang gepackt werden, reichen zwei einfache Aktivboxen nicht aus. Es muss eine veritable Sound-Anlage her! Nun ist auch dieser Bereich wieder eine Wissenschaft für sich, darum hier nur ein Beispiel, wie so eine Anlage aufgebaut sein kann:

 

Surround-Sound

Bei einem 5.1-System wird der Raumklang (engl. „Surround-Sound“) mit fünf Hauptkanälen, bei 7.1 mit sieben Kanaälen erzeugt. Diese Kanäle führen zu fünf bzw. sieben Lautsprechern, die sich an vorbestimmten Positionen im Raum befinden, wobei sie idealerweise alle denselben Abstand zum Hörer haben:

  • Center-Lautsprecher: Dieser steht seinem Namen entsprechend genau in der Mitte der Leinwand. Seine Hauptaufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass die Stimmen verständlich sind und aus Richtung der Sprecher kommen. Seine ideale Position ist daher hinter der Leinwand – dort ist er auch im Kino positioniert. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Leinwand aus schalldurchlässigem Stoff ist. In den meisten Heimkinos dürfte der Center aus Platzgründen eher unter der Leinwand stehen, er sollte also entsprechend flach gebaut sein. Auch eine Anbringung unter der Decke ist theoretisch möglich.
  • Zwei Front-Lautsprecher: Diese beiden Lautsprecher haben ihre Position neben der Leinwand. Von der gedachten Mittelachse, die sozusagen von der Nasenspitze des Zuschauers genau zur Bildmitte verläuft, sind sie um etwa 30° nach rechts und links versetzt. Außerdem müssen sie etwas vor der Leinwand stehen, um den richtigen Abstand zur Hörposition zu haben.
  • Zwei Rear-Lautsprecher: Auch die Lautsprecher für den hinteren Bereich werden symmetrisch zur Mittelachse aufgestellt oder aufgehängt. Ihre perfekte Position ist etwas hinter dem Hörer – genauer: Liegt der Center auf 0° und die beiden Front-Lausprecher auf +/-30°, dann liegen die beiden Rear-Lautsprecher auf +/-110°.
  • Bei einem 7.1-Sound-System gibt es noch zusätzlich zwei Seitenlautsprecher

Zusätzlich zu den Hauptkanälen existiert ein Kanal, der nur für tiefe Töne zuständig ist und zum Subwoofer führt. Seine Position ist nicht festgelegt; oft wird er zwischen dem Center- und einem der beiden Front-Lautsprecher postiert. Er kann aber auch hinten oder an der Seite stehen – Hauptsache, er befindet sich nicht zu nah an einer Wand, in einer Ecke oder auf einem Möbelstück, denn das verhindert eine gleichmäßige Ausbreitung der tiefen Töne.

Wenn man sich für ein Setting mit passiven Lautsprechern entscheidet, braucht man zusätzlich zu den Lautsprechern und dem Subwoofer einen AV-Receiver, also einen separaten Verstärker. Denn anders als bei Aktivboxen ist dieser bei passiven Lausprechern nicht integriert.

Der AV-Receiver sorgt zwar für weitere Kosten, hat aber einen großen Vorteil: An ihn können nicht nur die einzelnen Lautsprecher und der Player, sondern auch weitere Tonquellen wie der TV-Receiver, der CD- oder die Spielkonsole angeschlossen werden. Mit einem AV-Receiver ist man bei der klanglichen Einrichtung seines Heimkinos also sehr flexibel.

Übrigens: Gute Heimkino-Lautsprecher sind immer auch gute Musiklautsprecher. Von einer guten Ton-Anlage profitieren also auch Musikliebhaber.

Surround-Sound-Systeme

Der Heimkino-Raum

Wohnungen sind verschieden, Geschmäcker sind verschieden, Budgets sind verschieden – wie man sein Heimkino einrichten und ausstatten sollte? Darüber kann man also keine Pauschalaussage treffen. Den meisten Heimkino-Enthusiasten dient aber ein echtes Kino als Vorbild. Und das aus gutem Grund: In einem Kinosaal ist alles auf den perfekten Filmgenuss ausgerichtet.

Neben einem optimalen Bild und optimalen Ton kommen hier auch die Themen Bequemlichkeit und Ästhetik ins Spiel. Bei Letzterem kann ein Heimkino seinen großen Bruder sogar übertrumpfen. Aber zunächst noch einmal zu den anderen beiden Aspekten. Folgendes ist wichtig:

 

Für geeignete Lichtverhältnisse sorgen

In einem Kinosaal ist es während der Vorstellung dunkel, damit die Filmbilder auf der Leinwand ihre volle Wirkung entfalten können. Außerdem sollen die Zuschauer durch nichts vom Film abgelenkt werden. Damit das Licht des Films sich nicht selbst einen Teil seiner Wirkung nimmt, sind die Wände und Stoffe in einem Kinosaal dunkel gehalten und auch reflektierende Materialen sollten vermieden werden.

Beim Einrichten eines Heimkinos verfährt man dementsprechend ähnlich und nutzt im Optimalfall einen Raum, der sich gut abdunkeln lässt oder schon dunkel ist – zum Beispiel, weil er im Keller liegt. Wenn das nicht möglich ist, sind ein relativ heller Beamer und eventuell eine reflektionsstarke Leinwand nötig.

Rein finanziell ist es übrigens klüger, einen hellen Raum abzudunkeln als auf leistungsstärkere Technik zu setzen. Der Grund dafür sind die relativ teuren Ersatzlampen von Beamern: Wer seinen Beamer in einem dunklen Raum einsetzt, kann die Lampenleistung drosseln und dadurch die Lebensdauer der Lampen verlängern.

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Den Klang verbessern

Eine gute Sound-Anlage mit sinnvoll positionierten Lautsprechern ist notwendig, aber nicht hinreichend für imposanten Kino-Sound – auch die Raumakustik muss stimmen! Das zu erreichen kann beim Heimkino Einrichten eine echte Herausforderung sein: Schließlich wirkt sich so ziemlich alles in einem Raum auf den Klang in ihm aus. Wer guten Sound will, muss also den Raum entsprechend gestalten.

Klangfeind Nummer 1 ist der (Nach)Hall: Harte, glatte Flächen wie Stein, Glas oder Parkett verstärken ihn – was im Umkehrschluss bedeutet, dass man diese Flächen in einem Heimkino besser vermeidet. Sind sie dennoch vorhanden, kann man tricksen und den Hall mit Elementen wie Polstermöbeln, Teppichen oder Gardinen dämpfen. So wird es schließlich auch im Kinosaal gemacht, wo die Wände oft mit Teppich oder Stoffbahnen verkleidet sind und dicke Polstersessel als Bestuhlung dienen.

Wer halldämpfend zu Werke geht, muss ein Auge (oder eher: Ohr) auf die verschiedenen Tonhöhen haben. Das ist deshalb wichtig, weil manche Materialen wie dünne Gardinen oder Holz nur die Höhen dämpfen, die Mitten und Bässe aber nicht. Das Ergebnis: Der Sound klingt nach den Dämpfungsmaßnahmen eventuell zu dumpf.

Um dem Hall wirklich konsequent den Garaus zu machen, kann man zusätzlich auf Absorber zurückgreifen. Diese Hall-„Aufsauger“ bestehen aus speziellem Schaumstoff und fangen die Schallwellen auf, so dass diese nicht weiter durch den Raum wandern können. Der Vorteil: Absorber können auch mittlere und tiefe Töne absorbieren. Mittlerweile gibt es auch unauffällig designete Elemente für verhältnsmäßig wenig Geld.

 

Endlich: Bequem sitzen

Kinositze sind meistens ziemlich bequem, aber es geht noch viel bequemer! Schließlich müssen in einem Kinosaal viele Menschen Platz finden. Und das bedeutet: Die Sitze sind nicht so ausladend, wie sie sein könnten, und die Füße hoch legen kann man auch nicht.

In einem Heimkino sieht das anders aus: Mit der richtigen Einrichtung sitzt man dort ganz genau so, wie man es sich nach der ersten Stunde im Kino immer wünscht. Einziger Aspekt, den man beachten sollte: Die Sitzposition sollte sich nicht zu stark ändern lassen, denn Bild und der Ton sind ja auf bestimmte Sitzpositionen abgestimmt. Am besten schafft man sich also einfach maximal bequeme Sessel an.

In 10 Schritten zum eigenen Heimkino - Einstieg leicht gemacht © HEIMKINORAUM

Was brauche ich für ein Heimkino?

Wer sich demnächst selbst ein Heimkino einrichten will, wird sich wahrscheinlich immer noch fragen: Was brauche ich denn nun genau? Und das ist genau die richtige Frage, um sich nun selbst an die Planungsarbeit zu machen.

Wie man an Blogs sieht, die sich einzig dem Thema „Heimkino einrichten“ verschrieben haben, lässt sich das Einrichten und Weiterentwickeln eines Heimkinos eher als Projekt, Hobby oder gar Wissenschaft sehen – jedenfalls ist es keine Aufgabe, die man mal eben kurz am Wochenende erledigt.

Doch der Aufwand lohnt sich: Am Ende hat man nicht nur ein Kino zu Hause, man ist auch zum Fachmann für Kino geworden und kann sich stolz zurücklehnen. Und vielleicht stehen ja am Ende des Heimkino-Projekts ganz wie im Film die drei Wörter „TO BE CONTINUED“ … etwa mit einer Snackbar oder einem Partyraum im Hollywood-Look.

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