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Anleitung: In 3 Schritten ein Bett selber bauen

Warum auf dem Boden schlafen, wenn man sich ganz leicht ein Bett selber bauen kann? © kudla - shutterstock.com

Warum auf dem Boden schlafen, wenn man sich ganz leicht ein Bett selber bauen kann? © kudla – shutterstock.com

Bei Studenten, Design-Minimalisten und DIY-Fans sind selbstgebaute Betten in den letzten Jahren zu einem wahren Hype geworden. Das hat seinen guten Grund: Sie sind günstig, individuell und machen den Heimwerker auch noch stolz auf sein Werk.

Anleitung: In 3 Schritten ein Bett selber bauen

Außerdem spricht das dafür, sich sein Bett selber zu bauen:

 

  • Geringer Materialaufwand
  • Handwerklich sehr simpel
  • Holzart und Maße können selbst gewählt werden

 

Und das Beste: Ein selbstgebautes Bett ist gesünder für den Rücken als ein Bett mit einem herkömmlichen Lattenrost. Wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest von Lattenrosten aus dem Jahr 2015 ergeben hat, ist kein Lattenrost aus dem Handel besser für den Rücken geeignet als ein einfacher Holzrahmen, auf den quer liegende Bretter geschraubt werden. Diesen Tipp habe ich bei meiner Anleitung beherzigt. Sie beschreibt, was ich getan habe, als ich mir mein Bett selber gebaut habe.

Bett selber bauen – so geht’s

Die Anleitung ist für ein Bett mit den Maßen 140 x 200 cm gestaltet, funktioniert aber für Betten bzw. Matratzen jeder Größe. Alles, was man braucht, um dieses Bett selber zu bauen, sind 3 gehobelte Kanthölzer sowie 17 gehobelte Glattkantbretter (z.B. aus Fichte oder Tanne) und Holzschrauben:

 

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Wie viele Glattkantbretter man wählt, hängt von deren Maßen und vom gewünschten Abstand zwischen ihnen ab. Ich habe mich bei meinem Selbstbau-Bett für 70mm breite Latten und einen Abstand von gut 50mm zwischen den einzelnen Latten entschieden. Da jedes Brett auf jedem Kantholz mit zwei Schrauben fixiert wird, ergibt sich für das Bett die Menge von 102 Schrauben (beim Kauf der Schrauben unbedingt darauf achten, dass deren Kopf versenkbar ist).

 

An Werkzeug braucht man nicht viel, um ein Bett selber zu bauen:

 

Schritt 1: Die Kanthölzer anordnen

Bett selber bauen – los geht’s: Als erstes legt man die drei Kanthölzer wie auf der Grafik in Position. Der Abstand zwischen den Außenkanten der beiden außen liegenden Hölzer hat der Breite der Matratze zu entsprechen – das sind bei meinem Bett 140cm.

 

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Ich habe die Hölzer hochkant gestellt, also auf die 45mm breite Kante. Man kann sie aber natürlich genauso gut auf die breitere Seite legen; genug Luft kommt in jedem Fall unter das Bett.

Schritt 2: Die ersten beiden Latten verschrauben

Damit die Kanthölzer später nicht verrutschen, verschraubt man am besten zuerst die beiden Latten, die sich am äußersten Kopf- und am Fußende des Bettes befinden.

 

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Zunächst wird nun das mittige Kantholz verschraubt. Dafür muss man zuerst seine genaue Position ermitteln – beispielsweise so:

 

(Bettbreite – 3 x Kantholzbreite) : 2

 

Bei meinem Bett beträgt der Abstand zu den äußeren Kanthölzern dementsprechend (1400mm ‑ 3 x 45mm) / 2 = 632,5mm.

 

Hat man den korrekten Abstand ermittelt, markiert man die Stellen mit dem Bleistift, schiebt das Kantholz zurecht, bis es bündig liegt, und verschraubt es dann mit der Latte – wieder zunächst nur mit einer Schraube.

 

Am anderen Ende des Bettes verfährt man genauso, kann dort aber direkt beide Schrauben ins Holz setzen. Ist das geschehen, ergänzt man auf der anderen Seite die zweite Schraube und kann sich an die übrigen Latten machen.

Schritt 3: Die restlichen Latten verschrauben

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Fertig ist das selber gebaute Bett

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Weitere Varianten

Will man das Bett nicht in der Länge oder Breite verändern, sondern in der Höhe, kann man größere Kanthölzer verwenden. Mehr als ein paar Zentimeter holt man damit aber nicht raus.

 

Auf immerhin 200mm Betthöhe kommt man, wenn man quadratische Kanthölzer mit einer Kantenlänge von 100mm benutzt und am Kopf- und Fußende des Bettes noch einmal zwei Hölzer mit derselben Kantenlänge quer unterlegt. Das Ganze wird dann einfach mit Winkeln verschraubt.

 

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Auch ein noch höheres Bett kann man problemlos selber bauen – indem man es auf Beine stellt. Dazu wählt man ebenfalls quadratische Kanthölzer mit einer Kantenlänge von 100mm. Außerdem benötigt man sechs weitere Kanthölzer mit diesen Maßen in der Läge der gewünschten Betthöhe. Diese sechs Hölzer werden dann mit langen Doppelgewindeschrauben unter dem Bett verschraubt (eventuell zusätzlich noch Winkel anbringen).

 

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Wem das alles zu rustikal ist, der kann entweder hochwertigeres Holz als Fichte oder Tanne für sein selber gebautes Bett verwenden oder das Holz lackieren, beizen oder lasieren. Auch eine (farbige) Verschalung kann dem selbstgebauten Bett mehr Chic verleihen, beispielsweise so:

 

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Je nach Geschmack kann so eine Verschalung oben mit den Kanthölzern abschließen oder noch höher gezogen werden, um die Matratze (teilweise) einzufassen. Was die Befestigung der Verschalung angeht, gibt es mehrere Möglichkeiten für das selber gebaute Bett:

 

Wen die Schrauben nicht stören, der bohrt diese einfach von außen durch die Verschalung in die Kanthölzer. Sollen die Schrauben hingegen möglichst wenig auffallen, kann man die Löcher mit Spachtelmaße glätten und die Verschalung danach mit Lack anstreichen.

 

Vollkommen unsichtbar werden die Schrauben, wenn man die Verschalung an der Innenseite befestigt. Dafür müssen Winkel an den Kanthölzern angebracht werden (und die Schrauben so klein sein, dass sie nicht durchstechen).

 

Bei meinem Bett habe ich es vorerst bei der Basisversion belassen: keine Füße, keine Verschalung. Und nach ein paar Wochen Probeschlafen muss ich sagen, dass ich auch so ganz hervorragend auf meinem selbst gebauten Bett liege. Solange ich keine Geldkoffer unterm Bett verstecken muss, werde ich wohl Tiefschläfer bleiben.

 

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Er ist gebürtiger und überzeugter Kölner. Trotzdem hat er den Geißbock Ende 2015 freigelassen und ist nach Berlin gezogen. In seiner Freizeit dilettiert er auf verschieden Gebieten: Literatur, Fotografie und asiatische Kampfkünste. Irgendwann wird er das alles hinschmeißen und als Life-Coach über den Balkan reisen.

1 COMMENT
  • Thorsten Juli 20, 2017

    Danke für die ausführliche und detaillierte Anleitung. Besteht bei diesem Bett nicht die Gefahr, dass die Matratzen verrutschen?

    Und gibt es eventuell ein Bild von deinem Bett „in echt“?

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