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Den besten Filterkaffee kochen mit unserer Anleitung

Den besten Filterkaffee kochen mit unserer Anleitung

Mit unseren 5 Tipps kochst zu künftig noch besseren Filterkaffee © Brian A Jackson - shutterstock.com

Mit unseren 5 Tipps wirst du künftig noch besseren Filterkaffee kochen © Brian A Jackson – shutterstock.com

 

Nicht Erdöl, sondern Kaffee ist der wahre Brennstoff der modernen Welt – ohne ihn läuft vielerorts gar nichts. Grund genug, sich einmal genauer der Frage zu widmen, wie man geschmacklich wirklich alles aus der braunen Bohne herausholt und wirklich guten Filterkaffee kochen kann. Wer die folgenden fünf Tipps beherzigt, kann sich praktisch schon in einem Café bewerben.

1. Qualitätskaffee kaufen

Ein Pfund Kaffee ist im Supermarkt schon für 3,50 Euro zu bekommen, doch Spitzenqualität ist von dieser Preisklasse nicht unbedingt zu erwarten. Das liegt an der Herstellungsweise: Große Kaffeeröstereien können sich aufgrund der hohen Herstellungs- und Absatzmengen beim Rösten nicht viel Zeit lassen. Nur für wenige Minuten werden die Bohnen dort geröstet – dafür bei sehr hohen Temperaturen von bis zu 600°C. Das Aroma leidet merklich.

 

Der Keim für eine gute Tasse Filterkaffee wird schon auf der Plantage gesäht © My Life Graphic - shutterstock.com

Der Keim für eine gute Tasse Filterkaffee wird schon auf der Plantage gesäht © My Life Graphic – shutterstock.com

 

Ganz anders geht es in Qualitätsröstereien zu. Hier werden die Bohnen bei höchstens 200°C für 15 bis 20 Minuten schonend geröstet, sodass sich die Aromen voll entwickeln können. Ein weiterer Unterschied in der Produktion: Kleinere Röstereien kühlen den gerösteten Kaffee oft schonend mit Luft, Großröstereien aus Zeitknappheit nur mit Wasser. Guten Filterkaffee kochen, das geht also nur mit Qualitätskaffee – auch wenn der ein paar Euro mehr kostet.

2. Reines Wasser verwenden

Kaffee besteht bekanntlich zum überwiegenden Teil aus Wasser: Entsprechend trägt dieses maßgeblich zur Qualität des gekochten Filterkaffees bei. Gesundheitlich ist das Wasser aus dem Hahn zwar kein Problem, geschmacklich ist es in Hinblick auf eine gute Tasse Filterkaffee hingegen oft nicht der Hit. Das liegt daran, dass es meistens Kalk, Fluoride und andere Stoffe enthält, die dem Kaffeearoma schaden.

 

Schmackhafter Filterkaffee braucht auch gefiltertes Wasser © iPranoffee - shutterstock.com

Schmackhafter Filterkaffee braucht auch gefiltertes Wasser © iPranoffee – shutterstock.com

 

Um diesem Problem zu begegnen, hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du verwendest stilles Mineralwasser aus der Flasche oder du filterst dein Leitungswasser. Wenn Filterkaffee kochen für dich Alltag ist, dürfte Letzteres die bessere (weil kostengünstigere) Entscheidung sein. Außerdem kann auch das Mineralwasser aus dem Supermarkt einen unpassenden Eigengeschmack haben.

3. Den Kaffee frisch mahlen

Der Duft von frisch gemahlenem Kaffee ist unverwechselbar und für Kaffeetrinker schon Teil des Genusses. Doch dass die Duftstoffe der ätherischen Öle in den Kaffeebohnen durch die Luft wabern, weist auch auf ihr Problem hin: Denn mit der Zeit verflüchtigen sie sich, vor allem bei gemahlenem Kaffee. Wenn du also die maximale Aromafülle für deine Tasse Filterkaffee willst, solltest du die Bohnen unbedingt bei jedem Kochen frisch mahlen.

 

Dafür brauchst du natürlich eine Kaffeemühle. Und auch deren Beschaffenheit wirkt sich deutlich auf die Qualität deines Filterkaffees aus: Die besten Ergebnisse erzielst du mit Kaffeemühlen mit Kegel- oder Scheibenmahlwerk – sofern diese sich nicht zu schnell drehen und den Kaffee damit verbrennen.

 

Ob mit Omas Mühle oder einem elektrischen Modell: Für die ultimative Tasse Kaffee muss frisch gemahlen werden.

Ob mit Omas Mühle oder einem elektrischen Modell: Für die ultimative Tasse Kaffee muss frisch gemahlen werden.

 

Kaffeemühlen mit Schlagmahlwerk sind hingegen nicht zu empfehlen, da sie die Bohnen in unterschiedlich große Teilchen zerschlagen. Das ist fürs Aufbrühen des Kaffees im Filter nicht optimal, da die einzelnen Kaffeeteilchen dann unterschiedlich viel Geschmack und Koffein abgeben. Besser ist ein homogenes Pulver.

 

Schließlich ist auch der Mahlgrad des Kaffeepulvers nicht unwichtig für den Geschmack. Welchen du wählen solltest, richtet sich nach der Zubereitungsart und auch nach deinem persönlichen Geschmack. Generell gilt aber: Je feiner das Pulver, desto stärker die fertige Tasse Kaffee. Und: Je feiner das Pulver, desto kürzer die Zubereitungszeit.

 

So verlangt etwa ein Espresso nach sehr feinem Pulver (ca. 3.500 Teilchen aus einer Kaffeebohne), während das Pulver für eine Tasse Filterkaffee deutlich gröber sein muss (500-800 Teilchen). Am Ende hilft der Praxistest: Experimentiere mit verschiedenen Mahlgraden, bis deine Tasse Filterkaffee genau so schmeckt, wie du es magst.

4. Auf die richtige Wassertemperatur und Pulvermenge achten

Um eine Tasse Filterkaffee aufzubrühen, eignet sich am besten Wasser, das so gerade nicht mehr kocht: Es sollte eine Temperatur zwischen 90° und 96°C haben. Der Grund: Kochendes Wasser setzt zu viele Gerb- und Bitterstoffe aus dem Pulver frei und der fertige Filterkaffee schmeckt bitter. Ist das Wasser hingegen zu kalt, schmeckt der Kaffee wässrig und säuerlich.

 

Zu genau musst du es mit der Temperatur des Wassers aber nicht nehmen: Entweder lässt du den Wasserkocher nach dem Aufkochen noch rund eine Minute stehen oder du füllst das Wasser vor dem Aufbrühen noch in Zwischengefäß.

 

Auch die Wassertemperatur und Kaffeepulvermenge tragen zur ultimativen Tasse Kaffee bei © Curioso - shutterstock.com

Auch die Wassertemperatur und Kaffeepulvermenge tragen zur ultimativen Tasse Filterkaffee bei © Curioso – shutterstock.com

 

Zur richtigen Pulvermenge kann man hingegen schlecht Pauschalaussagen treffen. Der Mahlgrad, die Kaffeesorte und der persönliche Geschmack entscheiden mit. In Fachkreisen kursiert aber folgender Richtwert für Filterkaffee: 60-65gr pro Liter Wasser bzw. ein Verhältnis von etwa 1 Teil Kaffeepulver zu 15 Teilen Wasser. Für eine 300ml fassende Tasse Kaffee ergibt das also knapp 20gr Kaffeepulver.

5. Den Kaffee richtig lagern

Auch durch korrekte Lagerung lässt sich verhindern, dass sich die Aromastoffe in Luft auflösen, anstatt sich erst in der Tasse zu entfalten. Außer Luft schaden auch Hitze, Feuchtigkeit und Licht dem Kaffee. Es empfiehlt sich also eine luftdichte, trockene und dunkle Aufbewahrung der Bohnen.

 

Nur richtig gelagert bleiben die Bohnen aromatisch genug für eine gute Tasse Filterkaffee © BestStockFoto - shutterstock.com

Nur richtig gelagert bleiben die Bohnen aromatisch genug für eine gute Tasse Filterkaffee © BestStockFoto – shutterstock.com

 

Weitere Aromapunkte für deinen Filterkaffee kannst du sammeln, indem du Kaffeebohnen kaufst, deren Röstung nicht länger als sechs Wochen zurückliegt. Dafür gehst du am besten zu einer kleinen Rösterei oder bestellst bei einem Online-Fachhändler, denn der Kaffee aus dem Supermarkt hat oft schon deutlich länger irgendwo herumgelegen.

 

Und noch ein Tipp: Kleine Packungen kaufen! So musst du zwar öfter für Nachschub sorgen, aber dafür musst du den Kaffee zu Hause nicht lange aufbewahren. Dadurch sind deine Bohnen immer frisch und die Tasse Kaffee auf deinem Tisch duftet immer gleich herrlich.


Anleitung: Filterkaffee kochen

Du hast gesehen, beim Filterkaffee Kochen gibt es einiges zu beachten. Aber mit ein bisschen Übung ist das Ganze wirklich nicht so schwer. Hier haben wir die wichtigsten Punkte noch einmal für dich in einer übersichtlichen Anleitung zusammengefasst. Und weil du deinen Filterkaffee bestimmt nicht direkt neben dem PC kochen willst, gibt’s die Anleitung auch noch mal als praktische Grafik zum Download.

 

 


 

Du willst noch genauer wissen, wie du richtig guten Filterkaffee kochen kannst? Fürs ZDF ist auch Nelson Müller dieser Frage nachgegangen. Und hat natürlich Antworten zuhauf gefunden:

 

 

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Er ist gebürtiger und überzeugter Kölner. Trotzdem hat er den Geißbock Ende 2015 freigelassen und ist nach Berlin gezogen. In seiner Freizeit dilettiert er auf verschieden Gebieten: Literatur, Fotografie und asiatische Kampfkünste. Irgendwann wird er das alles hinschmeißen und als Life-Coach über den Balkan reisen.

2 COMMENTS
  • MiniMy Oktober 28, 2016

    Ich selbst bin seit zwei Jahren passionierte Filterkaffeetrinkerin und ich wollte es nicht glauben, aber man erkennt einen wirklich guten Kaffee auch daran, dass er auch kalt genießbar ist. Ich habs ausprobiert und es stimmt, aber warm ist er doch immer noch am besten 🙂

    • Sabine Oktober 28, 2016

      Das ist ein sehr interessantes Kriterium, vielen Dank. Wir werden es das nächste Mal ausprobieren, wenn uns über den Eifer des Redaktionsschluss-Gefechts mal wieder eine Tasse Kaffee kalt geworden ist!
      Nach meiner Erfahrung gilt dieser Grundsatz übrigens auch für Essen: Was wirklich von guter Qualität ist, schmeckt auch kalt – nicht wahr?

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