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Attack Of The Killer Donuts Filmkritik & Trailer (2016)

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Attack Of The Killer Donuts Filmkritik & Trailer (2016)

Trashfilme sind weit mehr als der Bodensatz der Filmbranche

Derzeit erlebt das Trashfilm-Genre ein kleines Revival. Das liegt nicht nur an der Möglichkeit in unserem digitalen Zeitalter problemlos an alle Arten von Filmen heranzukommen, sondern auch an den immer aufwändigeren Filmproduktionen. Blockbuster werden kaum noch unter dreistelligen Millionenbeträgen finanziert. Das liegt vor allem an den aufwändigen digitalen Effekten und dicken Gehaltschecks für die Prominenz. Die steigende Aufmerksamkeit für den Trashfilm ist vielleicht auch eine Rückbesinnung auf etwas Greifbares und ehrlich Produziertes ohne das vordergründige Interesse, Produkte zu verkaufen oder Profit zu generieren.

Die Ursuppe des Trashfilms

Unfreiwillig wurde der Regisseur Ed Wood in den 50er Jahren der „Urvater des Trashfilms“. Eine besondere Liebe zu übernatürlichen und Science-Fiction-Themen traf auf eine sehr, sehr niedrige Filmfinanzierung. Wood bediente sich auch gerne einmal im Archiv des nahegelegenen Filmstudios, um sich Explosionen oder Naturaufnahmen zu sparen. Er wurde postum zum „schlechtesten Regisseur“ der Geschichte gewählt. Was auch ein bisschen zu Unrecht geschah, aber Tim Burton hatte ihm 1994 mit Johnny Depp in der Hauptrolle ein cineastisches Denkmal gesetzt. Die Filmtechniken wurden über die Jahrzehnte immer billiger und in den 70er und 80er Jahren erlebte der Trashfilm ein Comeback. Das lag zum einen an den schonungslos schlechten Kopien von großen Hollywoodfilmen und zum anderen an der einfachen Darstellung gesellschaftlicher wie auch politischer Kritik durch das Medium Film. So sind Filme wie „Star Crash“ (1978) oder „Galaxy of Terror“ (1981) als billige Kopien ihrer Vorbilder „Star Wars – A New Hope“ (1977) oder „Alien“ (1979) entstanden. Diese Duplikate mussten schnell zusammengeschossen werden, solange der Hype des Vorbilds noch anhielt. In den 70er Jahren (kein Internet) konnte man den Leuten solche Filme nicht ausreden, denn sie hofften auf ein neues Science-Fiction-Film-Wunder.
Im 21. Jahrhundert hat der Trashfilm nun wieder eine kleine Blütezeit. Das liegt zum einen an der noch günstiger gewordenen Produktion: Kameras mit gestochen scharfen Bildern sind für unter 500 € zu haben und die aufwändige Nachproduktion wie Schnitt, Ton und Effekte sind leicht und günstig am heimischen PC zu bearbeiten. Das heißt nicht, dass diese Produktionen es mit Profis und Spezialisten aufnehmen können, aber sie machen ihre Unzulänglichkeiten mit Liebe zum Detail und Ideenreichtum wieder wett. Die „Sharknado“ Filmreihe oder die Crowdfunding-Produktion „Iron Sky“ schafften es sogar auf die Kinoleinwände.

Attack of the Killer Donuts: Kalorien mit tödlichem Ausgang


„Attack of the Killer Donuts“ (2016) ist nun ein weiterer Trashfilm, der sich in die aktuellen Neuproduktionen einreiht und versucht, es mit den alten Klassikern dieses Subgenres aufzunehmen oder ihnen zumindest Tribut zu zollen. Man nehme eine Bedrohung durch einen alltäglichen Gegenstand: Check! Einen verrückten Wissenschaftler: Check! Einen Haufen Laiendarsteller: Check! Einen kleinen langweiligen Vorort: Check! Und eine sich aus der Bedrohung entwickelnde Liebesgeschichte: Check.

Das Gebäck schlägt zurück

Johnny ist ein gestandener junger Mann, der das heimische Nest trotz vorangeschrittenen Alters nicht verlassen möchte. Das liegt vor allem an seiner unerwiderten Liebe zu Veronica und dem schlecht bezahlten Job bei „Dandy Donuts“. Seine Kollegin an der Theke und beste Grundschulfreundin Michelle ist nicht nur die optisch, sondern auch charakterlich bessere Wahl für eine Beziehung. Johnny klebt jedoch die rosarote Brille zu stark auf den Augen und er lässt sich weiterhin von Veronica und seinem Job ausbeuten. Bei ihm zu Hause wohnt auch der verrückte Wissenschaftler/Onkel, der versucht tote Ratten wieder zum Leben zu erwecken. Das gelingt auch, jedoch mit einem nicht unerheblichen Drang zum Fressen von Artgenossen oder andersartig Lebendigem. Wie der Filmtitel schon verrät, gerät das „Zombie-Horror-Elixier“ in die Donut-Fritteuse und die süßen Backwaren drehen den Spieß um und sind nun kollektiv auf Menschenjagd. Es gibt noch eine Vielzahl von schrägen Nebenfiguren im schrulligen Geschehen, die recht wenig mit dem Ausgang der Geschichte zu tun haben, aber für einen soliden Bodycount und den einen oder anderen Lacher sorgen. Allen voran das schräge nachbarschaftliche Ehepaar im letzten Drittel des Films bietet ein paar gute Lacher. Zwei Polizisten sorgen durch ihr idiotisches Handeln auch für eine ordentliche Portion gesellschaftskritischer Ohrfeigen, was einen guten selbstironischen Trashfilm auszeichnet.
Die Effekte bekommen eine gute Balance zwischen einfacher Computeranimation, vom Filmteam geworfenen Donuts und selbstgebastelten plüschigen Killerspritzkringeln mit Mördergebiss und die Schauspieler machen ihre Arbeit überzeugend ironisch. Kayla Compton als Hauptdarstellerin spielt die ganze Runde auch noch sehr sympathisch, sodass man sich selbst bei dem Gedanken ertappt, sie gern in einem anspruchsvolleren Film zu sehen.

Fazit

„Attack of the Killer Donuts“ liefert, was er verspricht und kann problemlos für einen Trashfilm-Abend als Aperitif herhalten. Aber für eine Trash-Perle reicht es leider dann doch nicht richtig, das Ganze will doch zu sehr dem eigenen Genre gefallen. Es fehlen hier noch ein bisschen Garagenhandwerk und ein paar Ideen mit Ecken und Kanten, die uns neben den üblichen abgetretenen Pfaden dann doch noch überraschen.

Attack Of The Killer Donuts
Informationen & Cast & Crew

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Trailer

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Attack Of The Killer Donuts (deutsch/englisch) Stream bei RakutenTV

Genre

Trashfilm, Horror

Regie

Scott Wheeler

Schauspieler


  • Justin Ray (Johnny Wentworth)

  • Kayla Compton (Michelle Kester)

  • Kassandra Voyagis (Emma Wentworth)

  • Michael Swan (Uncle Luther)

  • Burt Rutherford (Brian Kester)

  • Lauren Compton (Veronica)

Kamera

Howard Wexler

Schnitt

Christian McIntire

Musik

Stephen Endelman

Veröffentlichung

08.07.2016

Filmlänge

98 Minuten

FSK

FSK 16
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