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Get Out (2017) Filmkritik & Trailer

Get out Filmkritik Poster

Get Out (2017) Filmkritik & Trailer

© Universal Pictures

 

Eine Beziehung erreicht eine „neue Stufe“, wenn man den Eltern des Partners vorgestellt wird. Da ist man nicht nur nervös, ob dessen Familienangehörige sympathisch sind, sondern begibt sich auch auf eine Reise in die Vergangenheit der neuen Liebe.

Inhalt zu „Get Out“

So geht es auch Chris Washington (Daniel Kaluuya), als er zusammen mit seiner Freundin Rose Armitage (Allison Williams) die Sachen packt, um zu einem Fest bei ihren Eltern aufs Land zu fahren. Chris fragt vorher noch kurz ab, ob Roses Eltern wissen, dass er schwarz ist. Die kleine Diskussion darauf wird mit ein paar Lachern abgetan. Die Handlung von „Get Out“ spielt schließlich im 21. Jahrhundert und Paare mit unterschiedlicher Hautfarbe sind zum Alltag geworden. Als beide auf dem Weg zu dem Armitage-Anwesen sind, wird das Thema Hautfarbe bei einem Wildunfall für den provinziellen Sheriff wieder aktuell, als Chris seinen Führerschein zeigen muss, obwohl er nicht gefahren ist. Egal, er ist die Schikane der Polizei gewöhnt. Die potentiellen Schwiegereltern Missy und Dean Armitage empfangen Chris jedoch sehr herzlich und interessieren sich offen für ihn. Unsympathischer wird es dann mit dem Bruder Jeremy Armitage, der sich gleich mit Chris raufen will, um herauszufinden wer stärker ist. Die beiden – farbige– Hausangestellten Walter und Georgia sind durch ihr Schweigen und ihre auftauchende geistige Verwirrung dann die Spitze des Absurden. Spätestens jetzt weiß der Zuschauer, dass es bei „Get Out“ eindeutig in die Genre-Richtung Thriller und Mystery geht, anstatt eines sozialkritischen Dramas.
Das Familienfest, inklusive der Gäste, wird für Chris immer unangenehmer, weil jeder ein stärkeres Interesse an ihm hat, als es für einen normalen Erstkontakt üblich wäre. Die anschließende Bingo-Runde stiftet noch mehr Verwirrung und es tauchen bei Chris und dem Filmzuschauer nur noch Fragezeichen auf. Rose beruhigt Chris jedoch immer wieder und die Liebe zwischen den beiden kann anscheinend alles überwinden. Den sich nun anschließenden, abgründigen Beziehungstest möchte sicher niemand freiwillig mitmachen.

 

 

Wenn Schauspieler Regie führen

Jordan Peele, verantwortlich als Regisseur für „Get Out“, liefert hier sein Regiedebüt ab. Peele, eher bekannt als Schauspieler für TV-Serien, hat ein ausgezeichnetes Händchen bei der Besetzung der Figuren bewiesen. Daniel Kuluuya als Protagonist verleiht Chris eine sympathisch natürliche Art, mit der sich der Zuschauer direkt identifizieren kann. Seine Liebe zu Rose, von Allison Williams gespielt, ist bewusst noch im Anfangsstadium, aber trotzdem ehrlich. Die Schauspielerin Allison Williams kann, durch das überaus präzise geschriebene Drehbuch (ebenfalls von Jordan Peele), eine charakterliche Bandbreite zeigen, nach der sich jeder professionelle Schauspieler in seinem Portfolio sehnen würde. Der restliche Armitage-Clan beweist gutes Timing und weiß dem Dialog immer einen gewissen dunklen Unterton zu verleihen. Einzig LilRel Howery ist als bester Freund von Chris mit seiner humoristischen Side-Kick-Figur ab und zu etwas anstrengend. Er gibt uns Zuschauern aber auch die Möglichkeit, kurz aus dem ungemütlichen Reich der Armitages zu entfliehen und zu entspannen. „Get Out“ beweist, wie gut ein Film, der vom Drehbuch und der Einfachheit der Ausstattung lebt, mit einem Schauspieler auf dem Regiestuhl beraten ist.

 

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Handwerkliches Geschick bei der Wahrnehmung

Die Kameraarbeit von Toby Oliver nimmt sich dezent zurück und versucht keine zu schönen Bilder zu erschaffen, behält jedoch immer seine Darsteller dicht bei sich. Die intensive Stimmung, die Get Out“ ausmacht, ist vor allem dem Sound-Department zu verdanken. Viele wissen nicht, dass bei einem Filmdreh ausschließlich akustischer Wert auf den Dialog gelegt wird. Vom Tassenklappern über das Öffnen von Türen bis hin zu Windgeräuschen wird alles nachträglich im Ton-Schnitt und -Design erzeugt. Diese Geräusche sind bei „Get Out“ so präzise und trocken, dass sie wahrscheinlich sogar im Drehbuch stehen und perfekt auf die Dramaturgie abgestimmt sind. Die Filmmusik von Michael Abels schafft ebenfalls eine Atmosphäre des doppelten Bodens. Dies gelingt mit an-den-Nerven-zerrenden Geigen, okkulten Beschwörungsgesängen und klassisch-vertrauten Filmmusikthemen.

 

Fazit

„Get Out“ beweist, wie trotz niedrigem Budget, frischer Wind in ein angestaubtes Genre geweht werden kann. Die perfekt aufeinander abgestimmten Schauspieler in Kombination mit dem Drehbuch, gefallen in diesem Psycho-/Mysterythriller nicht nur seinem Standardpublikum, sondern auch den anspruchsvollen Kritikern. Wenn es etwas gibt, dass man beanstanden kann, dann dass „Get Out“ zum Thema Toleranz und Vorurteile nicht weit genug geht. Das will der Film aber sicherlich auch nicht, denn das nervenaufreibende Ende treibt den Puls schon hoch genug.

 

Get Out
Informationen & Cast & Crew

Get out Filmkritik Poster

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Get Out (2017;deutsch/englisch) Stream bei Rakuten TV

Genre

Thriller, Mystery, Horror

Regie

Jordan Peele

Schauspieler

Musik

Michael Abels

Drehbuch

Jordan Peele

Kamera

Toby Oliver

Schnitt

Gregory Plotkin

Veröffentlichung

23.01.2017 (Sundance Festival)

Filmlänge

104 Minuten

FSK

ab 16 Jahren
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