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Reisen im Herbst – Wandern oder Wale?

Prima Reiseziel im Herbst: Die Alpen, wo sich dann noch prima wandern lässt © Peter Wey - shutterstock.com

Prima Reiseziel im Herbst: Die Alpen, wo sich dann noch prima wandern lässt © Peter Wey – shutterstock.com

Der Sommerurlaub ist schon wieder viel zu lange her? Zum Glück steht bereits der Herbst vor der Tür – auch eine hervorragende Reisezeit. Vor allem Orte, an denen man im Hochsommer einen Hitzschlag bekommt, sind super Reiseziele im Herbst. Aber auch nördliche Gefilde wissen noch im September und Oktober zu gefallen.

 

Das sind 10 Top-Reiseziele im Herbst:

Alpen

Für eingefleischte Aktiv-Urlauber gilt ja bekanntlich: Schlechtes Wetter gibt es nicht, es gibt nur falsche Kleidung. Doch ein Wanderurlaub in den herbstlichen Alpen muss mitnichten dick und regendicht eingemummelt ablaufen, denn vor allem von Ende September bis Mitte Oktober gibt es oft noch schöne Wochen. Dabei gilt im Allgemeinen, dass die Westalpen und der südliche Teil der Ostalpen ein ausgeglicheneres Klima mit milderem Herbst und weniger Tag-Nacht-Temperaturgefälle aufweisen als der Rest des Gebirges. Sie bieten sich als Reiseziel im Herbst darum am besten an.

 

Das Auge geht mit: Ähnlich wie beim Indian Summer in Nordamerika (s. u.) verwandeln die bunten Blätter die Alpenlandschaft während des Herbstes in ein Naturschauspiel, an dem man sich beim Wandern kaum wird sattsehen können. Aber Achtung: Der erste Schnee kann in den Alpen auch schon im Oktober fallen, darum vor Wanderungen unbedingt den aktuellen Wetterbericht verfolgen.

Andalusien

Zwar hat die Region im Süden der iberischen Halbinsel im Oktober ein halbes Dutzend Regentage, doch die Temperaturen knacken trotzdem meistens locker die 20°C Grenze. Auch das Wasser des Mittelmeeres ist noch an die 20°C warm. Strandurlaub ist also durchaus möglich. Und sollte man während seines Urlaubs wirklich den einen oder anderen Regentag erwischen, bleiben genug Ausflüge übrig, die man problemlos mit Schirm oder Regenjacke machen kann:

 

In Granada zum Beispiel kann man die berühmte Alhambra-Burg erkunden, die Wehranlagen, Paläste und Gartenanlagen in sich vereint und als herausragendes Beispiel für den maurischen Stil gilt. Oder man fährt nach Sevilla und schaut sich die 14.000-Menschen fassende Stierkampfarena aus dem 18. Jahrhundert mit ihrer weiß-rot-gelben Fassade an. Apropos Stierkampf: Dessen Regelwerk wurde im 18. und 19. Jahrhundert im Städtchen Ronda ausgearbeitet. Dessen Altstadt liegt auf einem eindrucksvollen Felsplateau und wird über eine spektakuläre Brücke erreicht – ein Ausflugs-Muss!

Dubai

In den Sommermonaten nach Dubai zu reisen, grenzt an Wahnsinn – das Thermometer klettert zwischen Juni und September nämlich auf über 40°C. Mehr als seine Urlaubstage in klimatisierten Malls und Hotellobbys zu verbringen, ist da kaum möglich. Im Herbst hingegen ist das Emirat ein Top-Reiseziel, denn ab Oktober geht es in erträgliche Temperatur-Regionen. Spätestens ab November hat man dann bestes Sommerwetter auf europäischem Niveau, sprich irgendwo zwischen 20 und 30°C, während das Wasser im Persischen Golf über 25°C zu bieten hat.

 

Wer auf der Suche nach einem entspannten Strandurlaub und ein bisschen Shopping ist und dazu noch weltweit einzigartige Architektur bestaunen will, der ist in Dubai genau richtig. So kann man vom Burj Khalifa, dem höchsten Haus der Welt, herunterwinken, einen Mokka im Burj al Arab, einem der luxuriösesten Hotels der Welt, trinken oder seine Dirham in der Dubai Mall, der weltgrößten ihrer Art, loswerden.

Israel

Für Kultur-Urlauber ist Israel ein erstklassiges Reiseziel im Herbst, denn mehr Kultur geht nicht! Immerhin liegen auf dem Gebiet des heutigen Israels die Wurzeln der westlichen Zivilisation. Und im Oktober, wenn die Temperaturen tagsüber zwischen 25 und 30°C betragen, während sie nachts angenehm auf unter 20°C fallen, ist die perfekte Zeit, das alles zu erkunden.

 

Zum Beispiel die Jerusalemer Altstadt, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört: In ihr liegen der Tempelberg mit der Al-Aqsa-Moschee und dem Felsendom, das christliche Viertel mit der Grabeskirche, das muslimische Viertel mit dem Großteil der Via Dolorosa und das jüdische Viertel mit der Klagemauer. Auch Nazareth und Bethlehem sind biblische Orte, die man in Israel mit eigenen Füßen betreten kann. Wem der Sinn hingegen mehr nach Strand und Party steht, der findet in Tel Aviv sein Urlaubsglück.

Kanaren

Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera, La Palma und El Hierro – das sind die zu Spanien gehörenden, aber vor Marokko im Atlantischen Ozean liegenden Kanarischen Inseln. Ihr Beiname „Inseln des ewigen Frühlings“ verrät schon, dass sie auch im Herbst ein hervorragendes Reiseziel für Sonnensucher darstellen – größtenteils. Denn man muss nicht nur zwischen den einzelnen Inseln, sondern zum Teil auch zwischen den Teilen der einzelnen Inseln differenzieren.

 

So herrscht auf Lanzarote und Fuerteventura fast überall ein trockenes Klima vor – im Oktober sind es durchschnittlich noch 23°C (was auch der Wassertemperatur entspricht). Auf Teneriffa hingegen ist es im Süden zu dieser Zeit ebenfalls noch etwa 23°C warm, während es im Norden der Insel zur selben Jahreszeit nur rund 19°C sind. Auch was die touristische Erschließung angeht, gibt es Unterschiede: Am häufigsten werden Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote besucht. La Gomera hat dagegen den Ruf einer Hippie-Insel und zieht weniger bzw. vor allem individuell reisende Touristen an.

Marokko

Wenn es eine Top-Reisezeit für Marokko gibt, dann ist es der Oktober, wenn sich die Temperaturen sowohl im Norden wie auch im Süden im Bereich zwischen 20 und 30°C bewegen. So hat man die freie Wahl, welche Highlights man besuchen möchte: Das kosmopolitische Tanger im Norden an der Straße von Gibraltar oder die „weiße Stadt am Meer“ Agadir im Süden?

 

Oder soll es lieber auf eine Rundreise in die vier sogenannten „Königsstädte“ Fès, Marrakesch, Meknès und Rabat gehen? Diese werden so genannt, weil sie alle einmal Sitz einer der Dynastien waren, die den Herrscher Marokkos stellten – dementsprechend prachtvoll sieht es dort bis heute aus. Schließlich ist auch Casablanca ein absolut sehenswertes Reiseziel – auch wenn die pulsierende Wirtschaftsmetropole nicht mehr allzu viel mit der Stadt aus dem berühmten Hollywood-Film gemein hat.

Neuengland

Das Reiseziel im Herbst schlechthin ist der Nord-Osten der USA, denn der Indian Summer verwandelt die dortige Landschaft in einen bunten Traum. Eine trockene und warme Wetterperiode sorgt dafür, dass sich die Blätter der Laub- und Mischwälder in der Zeit von September bis Oktober intensiv verfärben – vor allem in den Neuengland-Staaten Connecticut, New Hampshire, Maine, Massachusetts, Rhode Island und Vermont.

 

Das Farbspektrum dieses in Amerika „Foliage“ genannten Phänomens, das in Kanada beginnt und dann nach Süden wandert, reicht von sattem Grün über sandiges Gelb und kräftiges Orange bis hin zu leuchtendem Rot. Da es in Westeuropa nur rund 50 Baumarten gibt, in den Neuengland-Staaten aber viele hunderte, lohnt sich die Überquerung des großen Teiches, um in den Genuss dieser Farbenpracht zu kommen.

Sizilien

Schon Goethe, der Pate aller Bonvivants, nannte Sizilien ein „Paradies“. Völlig zu Recht! Vor allem im Herbst, wenn die Temperaturen moderat und die italienischen Touristen heimgereist sind, ist Italiens Stiefelspitze ein traumhaftes Reiseziel, das Besuchern Natur, Kunst und Genuss bietet. So kann man beispielsweise Europas größtem Vulkan, dem Ätna, auf die Pelle rücken. Allerdings besser nicht zu sehr, denn er ist noch aktiv und der letzte Ausbruch fand 2015 statt. Weitere Natur-Highlights sind etwa das Natur-Reservat Vendicari, wo man Flamingos zu Gesicht bekommt, oder der Parco lo Zingaro, dessen türkisblaue Buchten von Zwergpalmen gesäumt werden.

 

Tief in die jahrtausendealte Geschichte der Insel können Kultur-Touristen eintauchen: So sind im „Tal der Tempel“ und an der Fundstätte „Selinunte“ viele antike Bauwerke erhalten geblieben. Sie gewähren einen Blick in die Zeit, als die Griechen Sizilien kolonisiert hatten. Oder man stattet den Städten des „Val di Noto“ im Südosten einen Besuch ab: Nachdem sie ein Erdbeben 1693 fast komplett zerstörte, wurden sie sofort wiederaufgebaut und sind daher alle weitgehend im Stil des Spätbarocks gehalten. 2002 erklärte sie die Unesco deswegen zum Weltkulturerbe.

Südafrika

Wer nach Südafrika reist, betritt die Südhalbkugel und kehrt die Jahreszeiten damit um: Der Herbst wird zum Frühling, die Temperaturen werden mild und die Niederschläge weniger. Ein dementsprechend perfektes Reiseziel ist Südafrika im Herbst, wobei sich im Oktober vor allem eine Reise nach Kapstadt empfiehlt und in die Provinzen Nordkap, Westkap und Ostkap, die sich in ein Blumenmeer verwandeln.

 

Des Weiteren können sich Besucher des Landes auf ausgedehnte Sandstrände, majestätische Berge, Whale-Watching und guten Wein direkt vom Winzer freuen. Und auch die Metropole Kapstadt kann punkten – mit Sehenswürdigkeiten wie dem Kap der guten Hoffnung, dem Tafelberg oder der ehemaligen Gefängnisinsel Robben Island, auf der Nelson Mandela 18 Jahre seiner Haftzeit verbüßen musste.

Südliche Ägäis und Kreta

Bei all den Schlagzeilen über Griechenland in den vergangenen Jahren hat man fast vergessen, wie schön es dort ist. Vor allem die Inseln in der südlichen Ägäis und Kreta locken mit pittoresken Altstädten, idyllischen Buchten und super Essen. Doch zwischen Mitte Juni und Mitte September sind dort 30°C und mehr Standard – für viele Menschen eindeutig zu heiß, um die Urlaubstage schweißfrei zu genießen. Also besser die Herbstferien für einen Besuch bei den Hellenen nutzen!

 

Im Oktober liegen die Temperaturen auf Kreta, Kos, Rhodos und Co. zwischen 20 und 25°C. Damit sind sie perfekt für Wanderungen oder Ausflüge mit dem Rad. Aber auch Strandnixen und Wasserratten kommen auf ihre Kosten, schließlich hatte das Mittelmeer den ganzen Sommer Zeit sich aufzuheizen: Im Herbst ist es noch über 20°C warm. Das soziale Bonus-Argument: Mit der Reise unterstützt man außerdem die gebeutelte griechische Wirtschaft.

 

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Er ist gebürtiger und überzeugter Kölner. Trotzdem hat er den Geißbock Ende 2015 freigelassen und ist nach Berlin gezogen. In seiner Freizeit dilettiert er auf verschieden Gebieten: Literatur, Fotografie und asiatische Kampfkünste. Irgendwann wird er das alles hinschmeißen und als Life-Coach über den Balkan reisen.

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