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Das Erbe der Samurai: Japanische Kampfkünste

Das Erbe der Samurai: Japanische Kampfkünste

Die kriegerische Zeit der Samurai hat Japans Kampfkünste maßgeblich geprägt © Lumppini - shutterstock.com

Die kriegerische Zeit der Samurai hat Japans Kampfkünste maßgeblich geprägt © Lumppini – shutterstock.com

Kaum ein Land hat eine so lange und vielschichtige Tradition in Sachen Kampfkunst wie Japan. Für uns als Magazin des japanischen Unternehmens Rakuten eine Steilvorlage, die faszinierende Welt der verschiedenen Kampfkünste Japans in einer 10-teiligen Reihe einmal genauer zu beleuchten:

 

Ab heute wird in jeder Monatsmitte ein Artikel über eine andere japanische Kampfkunst erscheinen. Den Anfang macht Aikido, danach wird es in alphabetischer Reihenfolge weitergehen mit:

 

  • Iai-Do
  • Jiu-Jitsu
  • Judo
  • Karate
  • Kendo
  • Kobudo
  • Kyudo
  • Ninjutsu
  • Sumo

 

Doch bevor wir uns den einzelnen Kampfkünsten zuwenden, wollen wir einen kurzen Blick auf das werfen, was alle japanischen Kampfkünste gemeinsam haben.

Japans martialische Geschichte

Ein Grund für die blühende Kampfkunst-Tradition Japans ist die Vergangenheit des Landes, die in hohem Maße von Kriegen gekennzeichnet war. Dies sorgte dafür, dass eine relativ große Kaste von Kriegern entstand – die berühmten Samurai. Diese wurden seit Kindertagen in verschiedenen Kampfkünsten wie dem Bogenschießen, Schwertkampf und waffenlosen Nahkampf ausgebildet. Aus diesen militärischen Techniken entwickelten sich später viele der modernen japanischen Kampfkünste.

 

Ein weiterer Grund dafür, dass gerade Japan über so viele verschiedene komplexe Kampfkunst-Systeme verfügt, ist die Nachbarschaft zu China, denn dort liegt sozusagen die Wiege aller asiatischen Kampfkünste. Schon im 3. Jahrtausend vor Christus soll man im Reich der Mitte viele Kampftechniken erprobt und systematisch geübt haben. Spätestens die Entwicklung des „Shaolin-Boxens“ im Shaolin-Kloster um 520 v. Chr. machte China dann eindeutig zum Vorreiter in Sachen Kampfkunst.

„Budo“ – Weg des Krieges

Das Training jeder japanischen Kampfkunst ist von Respekt und Fairness geprägt © Jinga - shutterstock.com

Das Training jeder japanischen Kampfkunst ist von Respekt und Fairness geprägt © Jinga – shutterstock.com

Auf verschiedenen Wegen gelangten viele der chinesischen Techniken in den folgenden 2.500 Jahren nach Japan und in andere benachbarte Regionen. Dort wurden sie zu eigenständigen Systemen weiterentwickelt bzw. umgeformt.

 

Alle japanischen Kampfkünste fasst man unter dem Begriff „Budo“ zusammen, was so viel wie „Weg des Krieges“ bedeutet. Der zweite Teil des Wortes – „Do“ – findet sich auch im Namen vieler Kampfkünste, beispielsweise in Aikido, Judo oder Kendo. Dies ist aufschlussreich, was die Philosophie hinter den japanischen Kampfkünsten anbelangt. Denn „Do“ bedeutet „Weg“ – in diesem Kontext zu lesen als den „Lebensweg“, den man verfolgen soll.

 

Damit rücken japanische Kampfkünste neben dem physischen Training explizit auch die Schulung des Geistes in den Fokus. Mit dem Wort „Do“ eng verknüpft ist der Gedanke, dass das Tun mehr zählt als das Ergebnis. Insofern gibt es in den japanischen Kampfkünsten keine endgültige Meisterschaft und keine perfekte technische Ausführung. Man kann sagen: Hier ist tatsächlich der Weg das Ziel.

Was einen Meister ausmacht

Das mag irritieren, zeigt der schwarze Gürtel doch an, dass sein Träger die Meisterschaft in einer Kampfkunst erlangt hat. Ja, das stimmt: Wer den schwarzen Gürtel tragen darf, hat mindestens den ersten Meistergrad bzw. Dan erlangt. Aber abgeschlossen ist die Ausbildung damit keineswegs, das zeigt schon die Bedeutung des Wortes „Dan“: „Stufe“.

 

Im Grunde geht das Erlernen einer japanischen Kampfkunst mit Erreichen des ersten Dans also erst richtig los, denn bis dahin hat man lediglich die Grundtechniken (kennen)gelernt. Es folgt nun die intensive Arbeit an diesen Techniken sowie das Erlernen von schwierigeren Formen. Die Dans zwei bis fünf würdigen entsprechende Fortschritte.

 

Wer den fünften Dan erreicht hat, wird fortan nicht mehr aufgrund körperlicher Leistungen bewertet; nun gilt es, mit seinem Charakter zu überzeugen und sich um die Kampfkunst verdient zu machen – beispielsweise als guter Lehrer. Der höchste Dan ist der zehnte – in seriösen Verbänden wird dieser allerhöchste Grad aber praktisch nie erreicht. Schon auf Träger des achten oder neunten Dans stößt man äußerst selten.

Der richtige Geist

Für Kinder sind japanische Kampfkünste eine tolle Körper- und Charakterschule © Ravil Sayfullin - shutterstock.com

Für Kinder sind japanische Kampfkünste eine tolle Körper- und Charakterschule © Ravil Sayfullin – shutterstock.com

Generell sind Gürtel und Titel in japanischen Kampfkünsten immer erst einmal mit Skepsis zu sehen, denn es gibt eine Vielzahl von „offiziellen“ Verbänden und Subsystemen und entgegen der eigentlichen Grundidee herrschen auch in dieser Szene oft vor allem Eitelkeit und Gier – und nicht Ehrlichkeit und Moral. Das widerspricht natürlich eklatant der Grundidee, vor allem seinen Geist zu stärken.

 

Dass es bei den japanischen Kampfkünsten ganz entscheidend auf die richtige innere Haltung ankommt, zeigt sich auch in dem Kernprinzip, als Kampfkunst-Kundiger niemals als Aggressor aufzutreten: Die erlernten Techniken dürfen immer nur als äußerstes Mittel der Notwehr oder im fairen sportlichen Wettkampf angewendet werden.

 

Auch im Training ist es von elementarer Wichtigkeit, rücksichts- und respektvoll miteinander umzugehen. Dafür sorgen unter anderem klare Verhaltensregeln im Dojo („Übungsstätte“) – wie die, dass man sich vor jedem Trainingspartner am Beginn und am Ende einer Übung verbeugt, oder die, dass man sich schwächeren Partnern vom Niveau her anpasst. Dies alles macht das Erlernen einer japanischen Kampfkunst zu einer hervorragenden Schule für Körper und Charakter, natürlich auch und gerade für Kinder und Jugendliche.

Die Rakuten Reihe zum Thema

Du bist neugierig geworden, worin sich die einzelnen japanischen Kampfkünste unterscheiden? Dann ist die Rakuten Reihe zum Thema die perfekte Lektüre für dich. Wenn du den Blog abonnierst (rotes Kästchen rechts im Bild), wirst du bequem per Mail informiert, wenn ein neuer Kampfkunst-Artikel online ist. Bisher sind Artikel erschienen zu:

 

 

Viel Spaß beim Weiterlesen!

 

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Er ist gebürtiger und überzeugter Kölner. Trotzdem hat er den Geißbock Ende 2015 freigelassen und ist nach Berlin gezogen. In seiner Freizeit dilettiert er auf verschieden Gebieten: Literatur, Fotografie und asiatische Kampfkünste. Irgendwann wird er das alles hinschmeißen und als Life-Coach über den Balkan reisen.

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