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DVB-T-Abschaltung: Das musst du wissen

Aufpassen, ohne neuen DVB-T2-Receiver zeigt die Mattscheibe ab Ende März eventuell nur Schnee © Andrey_Popov - shutterstock.com

Aufpassen, ohne neuen DVB-T2-Receiver zeigt die Mattscheibe ab Ende März eventuell nur Schnee © Andrey_Popov – shutterstock.com

Wer über Kabel- und Satellit fernschaut, ist weiterhin fein raus – doch für Antennennutzer rückt die Abschaltung von DVB-T näher und näher: Schon seit Juni 2016 wird der neue Standard des digitalen Antennenfernsehens namens DVB-T2 in vielen Ballungsräumen wie Berlin mit sechs Programmen getestet. Zum diesjährigen Frühjahr wird es dann ernst: Ab dem 29. März 2017 wird die Ausstrahlung im alten DVB-T-Standard vielerorts eingestellt. 

 

Da es zur Umstellung auf DVB-T2 einiges zu wissen gibt, haben wir in diesem Artikel alle wichtigen Fragen zum Thema beantwortet:

 

  • Wann wird umgestellt?
  • Was ist zu tun?
  • Warum wird umgestellt?
  • Was muss man noch wissen?

 

Nach der Lektüre weißt du Bescheid, wie auch du bald in den Genuss von hochauflösendem Antennenfernsehen kommst. Eines können wir aber schon vorwegschicken: Du wirst einen neuen Receiver oder einen Adapter brauchen!

Die wichtigsten Fakten zur Umstellung auf DVB-T2

Wann wird umgestellt?

Die Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 („Digital Video Broadcasting – Terrestrial, 2nd generation“) erfolgt für die allermeisten Haushalte am 28. März. Das heißt, ab dem 29. März 2017 ist der Fernsehempfang mit alten DVB-T-Receivern für sie nicht mehr möglich. Insgesamt wird sich die Umstellung auf DVB-T2 bis Mitte 2019 hinziehen.

 

Ob die Ausstrahlung über den alten DVB-T-Standard an deinem Wohnort am 29. März eingestellt wird, ob du anschließend eine Zimmer- oder Dachantenne benötigst und welche Sender du künftig empfangen wirst, kannst du hier checken.

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Was ist zu tun?

Wohnst du in einer Region, die von der ersten Umstellungsstufe am 29. März betroffen ist, kannst du ohne neuen DVB-T2-Receiver ab diesem Datum kein digitales Antennenfernsehen mehr schauen. Um auch in Zukunft auf nichts verzichten zu müssen, benötigst du eines der folgenden DVB-T2-kompatiblen Geräte:

 

  • einen neuen DVB-T2-Receiver in Form einer Set-Top-Box (ein Zubehörgerät, der an dein TV-Gerät angeschlossen wird)
  • ein Fernsehgerät der neuesten Generation, bei dem ein DVB-T2-Receiver bereits integriert ist
  • außerdem brauchst du eine DVB-T-Antenne, wenn du noch keine hast (die alten Modelle können weiterverwendet werden)

Warum wird umgestellt?

Durch die Umstellung können Fernsehprogramme in Full HD auch für das digitale Antennenfernsehen angeboten werden – sprich, für die 18% der Haushalte in Deutschland, die dieses Verfahren nutzen und gerne ebenso wie Kabel- und Satellitenschüsselnutzer hochauflösende Fernsehbilder sehen möchten. Außerdem können nach der Umstellung auf DVB-T2 mehr Sender (bis zu 40) übertragen werden.

Was muss man noch wissen?

Bevor du dir nun einen neuen DVB-T2-Receiver besorgst, musst du noch ein paar Details wissen:

 

Auf grünes Logo achten

 

© www.dvb-t2hd.de

© www.dvb-t2hd.de

Der DVB-T2 ist eine Norm, die vom Europäischen Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) festgesetzt wurde. Ein blaues Logo zeigt an, dass die gekennzeichneten Geräte mit diesem europäischen Standard kompatibel sind.

 

In Deutschland gibt es aber einen Unterstandard mit höherer Qualität. Er trägt die Bezeichnung DVB-T2 HD und wird von einem grünen Logo angezeigt. Beim Kauf deiner neuen Geräte also unbedingt darauf achten, dass sie dieses grüne Logo tragen – nur so kommst du garantiert in den Genuss deutschen HD-Fernsehens über Antenne.

 

Privatsender werden kostenpflichtig

 

Die gute Nachricht zuerst: Nach der Umstellung auf DVB-T2 HD kannst du bis zu 20 öffentlich-rechtliche Sender in Full HD und mit 50 Vollbildern pro Sekunde schauen: Damit hat dein digitales Antennenfernsehen künftig sogar eine höhere Qualität als Kabel- und Satellitenfernsehen.

 

Auch die bis zu 20 über DVB-T2 HD ausgestrahlten Privatsender werden diese Qualität aufweisen. Doch hier musst du nach drei Testmonaten bezahlen, wenn du sie weiterhin sehen willst: Eine kostenlose Ausstrahlung in Standardauflösung findet nicht statt. Das heißt: Entweder du zahlst für ProSieben, RTL und Co. 69,00 Euro im Jahr oder du weichst auf die anderen Programme aus.

 

Willst du über DVB-T2 HD Privatsender empfangen, bekommst du über die Plattform „freenet TV“ Zugang – auch schon bevor die Sender im Juli 2017 kostenpflichtig werden. Das geht entweder mit einem speziellen Receiver, der nicht nur „DVB-T2 HD“-fähig ist, sondern auch die „freenet TV“-Programme entschlüsseln kann (Achtung: Das zeigt das „freenet TV“-Logo an). Oder du verwendest zur Entschlüsselung ein sog. CI+ Modul von freenet TV, das in den Fernseher oder den Receiver gesteckt wird.

 

Das kosten die neuen Geräte

 

Hier günstiges DVB-T2-Starter-Set kaufen

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Um nach der Umstellung auf DVB-T2 HD noch digitales Antennenfernsehen schauen zu können, brauchst du wie gesagt einen neuen Receiver. Diese gibt es in sehr einfacher Ausführung ab ca. 40,00  Euro. Da die Umstellung nun kurz bevor steht, gibt es aber auch viele Sonderangebote, wie dieses Starterset mit „DVB-T2 HD“- und „freenet TV“-kompatiblem Receiver plus Antenne.

 

Fazit

Durch die Umstellung auf DVB-T2 HD schließt die Qualität des digitalen Antennenfernsehens zu Kabel- und Satellit auf und bietet endlich auch zeitgemäße HD-Bilder. Die mit der Umstellung verbundenen Kosten sind moderat: Gerade wer schon DVB-T nutzt und eine Antenne besitzt, ist mit lediglich rund 50 Euro weiterhin dabei.

 

Einen Kabelanschluss legen zu lassen ist demgegenüber ebenso teurer wie der Kauf und die Installation einer Satellitenschüssel. Ein weiterer Vorteil von DVB-T2 HD gegenüber dem Kabelanschluss, der monatliche Gebühren verschlingt: Hat man die Hardware einmal angeschafft, schaut man zumindest die Öffentlich-Rechtlichen komplett kostenlos.

 

dvb-t2-umstellung-kasten-rakutenBleibt der Haken, dass über DVB-T2 HD empfangene Privatsender Geld kosten werden. Das ist aber bei Kabel und Satellit ähnlich, denn auch dort lassen sich die Sender die Nutzung ihrer HD-Programme bezahlen. Der einzige Vorteil dieser beiden Empfangsarten ist, dass die Zuschauer mit ihnen auch bis auf Weiteres kostenlose Übertragungen der Privaten in Standard-Qualität schauen können.

 

Doch damit soll in den kommenden Jahren Schluss sein: Die Privatsender wollen bis spätestens 2022 sowohl den kostenlosen analogen Empfang über Kabel als auch die Ausstrahlung von Programmen in Standard-Qualität über Satelliten stoppen. Im Klartext: Das deutsche Privatfernsehen ist ohnehin auf dem Weg zum Pay-TV – mittel- bis langfristig sprechen die Kosten der Privaten also erst recht nicht gegen die Nutzung von DVB-T2 HD.

 

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Er ist gebürtiger und überzeugter Kölner. Trotzdem hat er den Geißbock Ende 2015 freigelassen und ist nach Berlin gezogen. In seiner Freizeit dilettiert er auf verschieden Gebieten: Literatur, Fotografie und asiatische Kampfkünste. Irgendwann wird er das alles hinschmeißen und als Life-Coach über den Balkan reisen.

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1 COMMENT
  • Rale Juli 18, 2017

    dvb-t2 wird es bei mir nicht mehr geben wenn man noch nicht mal die privaten sender in SD empfangen kann. Da bau ich mir lieber ne Sat ran anstatt für zu bezahlen das ich die sender überhaupt rein bekomme. Dvb-t2 wirkt für mich wie reinstes PayTV. Warum nimmt man sich nicht mal ein beispiel an anderen eu ländern da geht es doch auch und zwar auch in bessere qualli.

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