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Ridersheaven: Ex-Freeski-Profi Toby Hammer im Interview

Beim Freeskiing geht es auf und neben der Piste waghalsig zu © Merkushev Vasiliy - shutterstock.com

Beim Freeskiing geht es auf und neben der Piste waghalsig zu © Merkushev Vasiliy – shutterstock.com

Wenn Toby Hammer mit den Kunden von Ridersheaven über Snowboard-Bindungen, Ski-Stöcke oder Helme spricht, steht eins fest: Der Mann weiß, wovon er redet. Denn der Inhaber von unserem Shop des Monats flog früher als Freeski-Profi selbst über die Pisten der Welt und gewann regelmäßig Wettbewerbe. Und „flog“ ist beim Freeskiing wörtlich zu nehmen!

 

Das Karriereende kam da leider abrupt: Beim Big Air Contest 2009 in Moskau verletzte sich Toby Hammer bei einem Sprung mit zweieinhalbfacher Drehung an beiden Knien. Doch auch nach seiner Zeit als Profi blieb er dem Sport treu. In seinem Fachgeschäft hat er für alles, was mit wilden Ritten zu tun hat, die passende Ausrüstung im Angebot: Snowboarden, Freeskiing, Surfen, Wakeboarden, Skateboarden und Biken.

„Der Freiheitsgedanke gefällt mir“

Im Interview verrät uns Toby Hammer seine Lieblingsskigebiete, was man über Ski- und Snowboard-Ausrüstung wissen muss – und was Freeskiing überhaupt genau ist.

 

Hallo Toby! Erstmal vorneweg: Was ist Freeskiing?

 

Stellt sich selbst vor: Der Inhaber von Ridersheaven © Ridersheaven

Stellt sich selbst vor: Der Inhaber von Ridersheaven © Ridersheaven

Die Bezeichnung Freeskiing meint zwei verschiedene Arten des Skifahrens: Skifahren abseits der Piste, in der „freien“ Natur, und Skifahren in mit Half-Pipes und anderen Elementen bestückten Funparks, wie man sie auch vom Snowboarden kennt. Vor allem beim Freeskiing in den Funparks, was ja auch olympische Disziplin ist, werden spektakuläre Sprünge und andere Tricks vorgeführt. Um das tun zu können, trägt man beim Freeskiing spezielle Skier namens „Twintips“: Diese sind kürzer, wendiger und vorne und hinten hochgebogen, so dass man mit ihnen auch rückwärtsfahren kann.

 

Warum hast du dich damals für Freeskiing entschieden?

 

Der Name sagt es schon: Es ist „free“! Beim Freeskiing ist man ist nicht an rote und blaue Slalom-Tore gebunden, sondern kann in der freien Natur seine Lines selbst in den Schnee fahren. Genauso frei ist man auf andere Weise auch im Funpark: Dort kann man so kreativ sein, wie man will, und stößt mit seinen Sprüngen nur selten an Grenzen. Dieser Freiheitsgedanke gefällt mir.

 

Du warst nicht nur einer der ersten deutschen Freeskier überhaupt, sondern sogar Profi. Was heißt das?

 

Ich hatte Sponsoren, die mir ein Gehalt und auch die Reisen bezahlt haben.

 

War deine Karriere erfolgreich?

 

In meinen Augen auf jeden Fall! Wobei es für mich nie die Hauptsache war, Wettbewerbe zu gewinnen. Gerade bei den größeren internationalen Contests stand für mich der Spaß im Vordergrund. Und davon hatte ich eine Menge!

 

Du bist sicher viel rumgekommen. 

 

Ja, ich hatte das Privileg, Ski-Gebiete auf der ganzen Welt kennenzulernen, zum Beispiel in Colorado, in Kanada und in Neuseeland. Eine besonders tolle Erfahrung war Heli-Skiing in Alaska.

 

Klingt nach Abenteuer. Werden einem die deutschen Ski-Gebiete danach nicht langweilig?

 

Gar nicht. Hier bei uns im Allgäu sind die Gebiete zwar nicht so groß, aber auch wunderschön. Und wenn man wie ich hier aufgewachsen ist, ist man sowieso immer wieder gerne auf seinen Heimatpisten unterwegs.

 

Fährst du denn wieder Freeski?

 

Nur noch ab und zu, unter anderem weil mir die Zeit fehlt, um mich wieder an mein altes Niveau heranzutasten. Dafür fahre ich jetzt mehr Snowboard, natürlich auch bedingt durch meinen neuen Beruf. Das macht mir gerade sehr viel Spaß. Und wie fast jeder Allgäuer schnalle ich mir auch immer mal wieder die „normalen“ Skier unter die Füße.

 

Seit gut sechs Jahren gibt es nun Ridersheaven, zwei Festangestellte und zwei Azubis arbeiten für dich. Ist noch ein (Ex-)Profi in deinem Team?

 

Das Ladenlokal von Ridersheaven liegt in Sonthofen, der Online-Shop auf Rakuten © Ridersheaven

Das Ladenlokal von Ridersheaven liegt in Sonthofen, der Online-Shop auf Rakuten © Ridersheaven

Nein, bis jetzt noch nicht. Allerdings achte ich sehr darauf, dass alle meine Mitarbeiter die Sportarten des Shops auch aktiv betreiben, denn nur das gewährleistet die Expertise, die wir unseren Kunden bieten wollen. Generell bin ich der Meinung, dass Beratung im Handel immer wichtiger wird – auch online!

 

Gutes Stichwort: Was sollten Online-Käufer von Ski- und Snowboard-Equipment beachten?

 

Ganz einfach gesagt: Die richtigen Produkte kaufen. Das ist im Internet leider nicht ganz leicht: Die angebotene Auswahl ist unüberschaubar groß und gerade Schnäppchen sollte man doppelt und dreifach prüfen. Natürlich wollen viele Leute vor allem günstig einkaufen. Aber im Ski- und Snowboard-Bereich ist das nicht immer eine clevere Wahl, da oft minderwertige Materialien oder Bauweisen für die günstigen Preise sorgen. Und so was erkennt der Laie auf einem Bild im Internet nur sehr schwer. Beschreibungen sollte man darum immer sehr genau lesen. Kunden, die auch danach noch unsicher sind, helfen wir von Ridersheaven gerne per E-Mail oder mit einer Beratung am Telefon weiter. Wir fragen dann etwa nach Körpergröße, Schuhgröße, Gewicht und Könner-Level und können anschließend ein passgenaues Produkt empfehlen.

 

Wo bewegen sich denn die Preise für Qualitätsprodukte?

 

Für ein Snowboard oder Skier, beides mit Bindung, muss man 400-600 Euro rechnen. Jacken, an denen man auch ein paar Jahre lang Freude hat, liegen bei 250-450, Hosen bei 150-300 und Skibrillen bei 80-180 Euro. Für den ersten Ski-Urlaub braucht man sich aber nicht alles direkt selbst zu kaufen: Vor allem Skier oder Snowboards kann man sich überall vor Ort auch ausleihen, um erstmal zu schauen, ob einem der Sport liegt. Geht’s in Zukunft öfter auf die Piste, lohnen sich dann aber eigene Bretter.

 

Was sollte man sich eher nicht leihen?

 

Das Wichtigste ist immer die Sicherheit. Damit diese gewährleistet ist, muss die entsprechende Ausrüstung optimal passen. Dinge wie Helm oder Rückprotektor sollte man sich also am besten selbst kaufen, sonst steht man am Ende ohne passendes Equipment da. Beides kriegt man bei uns für rund 100 Euro. Weniger für die Sicherheit als vielmehr für den Spaß sind passende Ski- bzw. Snowboard-Schuhe wichtig. Denn nichts vermiest einem einen Pistentag so sicher wie drückende Schuhe und Blasen. Natürlich können auch Leihschuhe perfekt passen. Aber das ist oft eher Glückssache. Mit eigenen Schuhen ist man diese Sorge von vorneherein los – Kostenpunkt sind dabei um die 200 Euro.

 

Und wie sieht’s rein modisch aus? Was ist derzeit angesagt auf den Pisten der Welt?

 

Aus unserer Sicht orientiert sich der Style immer an der aktuellen Streetwear. Das heißt für diese Saison: Engere Hosen sowohl bei Skifahrern als auch bei Snowboardern, außerdem Naturfarben und Parka-Schnitte.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Shop des Monats September: Ridersheaven

Bis zum Jahr 2009 war der Allgäuer Toby Hammer professioneller Freeski-Fahrer, dann beendete eine Verletzung seine Karriere. Daraufhin eröffnete Hammer 2010 in Sonthofen Ridersheaven, ein Fachgeschäft für Snowboard-, Freeski-, Surf-, Wakeboard-, Skateboard- und Bike-Bedarf. Seit 2011 betreibt er zusätzlich den angeschlossenen Rakuten Shop.

 

Was ist der „Shop des Monats“?

Jeden Monat stellen wir in der Rubrik „Shop des Monats“ einen ausgewählten Händler vor, der uns mit besonderen Produkten und Deals, tollen Preisen oder ausgezeichnetem Service begeistert. Natürlich inklusive einer attraktiven Superpunkte-Aktion!

 

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Er ist gebürtiger und überzeugter Kölner. Trotzdem hat er den Geißbock Ende 2015 freigelassen und ist nach Berlin gezogen. In seiner Freizeit dilettiert er auf verschieden Gebieten: Literatur, Fotografie und asiatische Kampfkünste. Irgendwann wird er das alles hinschmeißen und als Life-Coach über den Balkan reisen.

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