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Supercars macht Männer glücklich

Du suchst noch ein Weihnachtsgeschenk für ihn? – Wie wär’s mit einem kleinen Traum in Rot? © fotohunter - shutterstock.com

Du suchst noch ein Weihnachtsgeschenk für ihn? – Wie wär’s mit einem kleinen Traum in Rot? © fotohunter – shutterstock.com

Wenn Familien über die Berliner Prachtmeile „Unter den Linden“ spazieren, gibt es ein Schaufenster, an dem zumindest die Väter und Söhne garantiert stehenbleiben: Es gehört zum VW-Forum und gewährt Passanten einen Blick auf das Highlight des Konzerns: den 400 km/h schnellen Bugatti Veyron.

 

Auch in München gibt es einen Laden, in dessen Schaufenster der Bugatti Veyron steht. Aber anders als in Berlin muss man seinen Traum hier nicht direkt wieder platzen lassen, sondern kann ihn eine Einkaufstasche packen und mitnehmen.

 

Denn statt mit 1,3 Millionen schlägt der Bugatti bei Supercars Modellauto nur mit rund 300 Euro zu Buche. Gut, 400km/h schnell fahren kann man mit diesem Veyron nicht. Doch optisch steht das 18-fach verkleinerte Modell seinem großen Bruder in nichts nach.

Sammler und Händler aus Leidenschaft

Genau diese detailgetreue Wiedergabe ist es, die den Sammler Alexander Schakow an Modellautos fasziniert – so sehr, dass der gelernte Konditormeister sein Hobby 2007 zum Beruf machte. Das geschah praktisch über Nacht: Eines Tages stand Schakow bei seinem Stammladen Supercars Modellauto vor verschlossenen Türen. Er erfuhr, dass der Besitzer das seit 1995 existierende Fachgeschäft aufgeben wollte, und übernahm es kurzerhand.

 

Alexander Schakow in seinem Münchner Laden Supercars Modellauto © Privat

Alexander Schakow in seinem Münchner Laden Supercars Modellauto © Privat

 

Ein bisschen mulmig war Schakow in der ersten Zeit schon – er fragte sich: „War das eine gute Entscheidung?“ Doch seine Zweifel wurden schnell zerstreut, denn durch die Eröffnung der BMW Welt in der Nachbarschaft wuchs die ohnehin schon stattliche Stammkundschaft noch. Und auch der Supercars Modellauto-Shop bei Rakuten sorgt seit einigen Jahren für zusätzlichen Umsatz.

„Modellautos sind etwas sehr Persönliches“

Vor allem Männer finden ihren Weg in das mit Schachteln vollgepackte Ladenlokal. Aber auch „eine Hand voll Frauen“ komme regelmäßig zu ihm, berichtet Schakow. Sehr unterschiedlich sind hingegen die Milieus, aus denen seine Kunden stammen: „Ob Fabrikarbeiter bei BMW, Student oder Manager – Modellauto-Enthusiasten gibt es in jeder Einkommensklasse, Bildungsschicht und in jedem Alter.“

 

Einen Grund dafür sieht Schakow in der fast grenzenlosen Auswahl an Modellen: „Jeder Auto-Fan hat seine persönlichen Lieblinge und kann sich genau diese Wagen als naturgetreues Modell ins Regal stellen.“ Eine Modellauto-Sammlung sei deswegen etwas sehr Persönliches und sage auch etwas über den Charakter des einzelnen Sammlers aus.

 

Um all den verschiedenen Autogeschmäckern gerecht zu werden, achtet Schakow beim Zusammenstellen des Sortiments darauf, dass es alle Sammelgebiete abdeckt: aktuelle Modelle, Oldtimer, Supersportwagen, Nutzfahrzeuge sowie Formel-1- und andere Motorsport-Modelle.

Erinnerungen schenken

Doch nicht nur eingefleischte Sammler zieht es zu Supercars Modellautos: Manche Kunden suchen auch nur „das eine bestimmte Auto, mit dem sie persönliche Erinnerungen oder Emotionen verbinden“. Sogenannte Youngtimer, also Modelle von Autos aus den 70er und 80er Jahren, laufen darum besonders gut.

 

Modellautos lassen Bilder von früher wieder aufleben © stopabox – shutterstock.com

Modellautos lassen Bilder von früher wieder aufleben © stopabox – shutterstock.com

 

Auch als Geschenk sind Youngtimer beliebt: „Über ein Modellauto freut sich fast jeder Mann – vor allem wenn er das entsprechende Auto einmal selbst gefahren hat“, so Schakow. Daneben kommen Modelle von teuren Supercars als Geschenk sehr gut an: „Da sind wir Männer halt einfach wieder träumende Jungs“. Schakow weiß, wovon er spricht: Er selbst besitzt eine Sammlung von über 200 Mercedes-Modellen.

 

Wie viel Freude manche Männer an Modellautos haben können, zeigt die Geschichte einer Dame, die vor rund zwei Jahren mit dem Plan in den Laden kam, ihrem Mann einen ganzen Adventskalender zusammenzustellen. Keine leichte Aufgabe, auch für Schakow nicht: Mehrere Stunden tüftelten sie daraufhin gemeinsam an der richtigen Auswahl. Der Einsatz lohnte sich: Wie die Dame Schakow später begeistert erzählte, war ihr Mann erst einmal sprachlos. Dann kamen ihm Freudentränen.

Durchschnittspreis 60€

Natürlich war dieser spezielle Kalender nicht ganz billig. Schakow erinnert sich: „Die Dame bezahlte einen vierstelligen Betrag für die 24 Modelle.“ Und schiebt nach: „So viel Geld an einem Tag lassen natürlich nicht alle Kunden bei mir.“ Denn die Preise für einzelne Modelle sind moderat: Im Maßstab 1:43 kosten sie im Durchschnitt 60€. Im anderen Hauptmaßstab 1:18, der größer und darum detailreicher ist, muss man mit durchschnittlich 100€ pro Modell rechnen.

 

Wenn das Traumauto schon nicht in der Garage steht, dann doch wenigstens als Modell im Regal © charles taylor - shutterstock.com

Wenn das Traumauto schon nicht in der Garage steht, dann doch wenigstens als Modell im Regal © charles taylor – shutterstock.com

 

Sind die Modelle besonders detailreich und qualitativ sehr hochwertig gearbeitet, wird es natürlich teurer. So kosten etwa Exemplare des Herstellers „Classic Model Cars“ (CMC) zwischen 300€ und 800€. Dafür sind „die Porsches unter den Modellautos“ aber auch „detailliert bis in die letzte Schraube“ und bieten verkabelte Motoren, Sitze aus echtem Leder und demontierbare Räder.

 

Doch wie teuer ein Modell auch sein mag – seltene, schnell ausverkaufte Modelle steigen oft noch im Wert –, viel wichtiger ist natürlich der persönliche Wert. Und der ist für eingefleischte Sammler mitunter kaum noch zu beziffern, wie Schakow weiß: „Viele Jahre lang zusammengetragene Sammlungen meiner Kunden haben den Geldwert eines echten Ferraris, Porsches oder Mercedes – aber die Sammlung gegen ein solches Autos eintauschen würde keiner!“

 

Mit welchem deiner ehemaligen Autos verbindest du die schönsten Erinnerungen? – Schreib deine Geschichte in die Kommentare!

 

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<p>Er ist gebürtiger und überzeugter Kölner. Trotzdem hat er den Geißbock Ende 2015 freigelassen und ist nach Berlin gezogen. In seiner Freizeit dilettiert er auf verschieden Gebieten: Literatur, Fotografie und asiatische Kampfkünste. Irgendwann wird er das alles hinschmeißen und als Life-Coach über den Balkan reisen.</p>

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